Chatprotokoll

Mexikanerin in Österreich #2

Autor: Sarah

Obwohl Nicole nun schon das gröbste ihrer Anfangszeit (in Österreich) hinter sich hat, tauchen immer wieder Dinge auf, die hier ganz komisch sind. Ob große Missverständnisse oder einfach nur kleine Unterschiede, Österreich ist in vielen Dingen einfach anders.

Wie zukünftig noch öfters, möchte ich euch in der Serie „Mexikanerin in Österreich“ in jedem Beitrag 5 Dinge vorstellen, die in Mexiko ganz anders sind als hierzulande. Letztes Mal schrieb ich unter anderem über die räumliche Trennung von WC und Badezimmer. Was wird euch dieses Mal erwarten?


  1. die öffentlichen Verkehrsmittel

    Im Vergleich zu Mexiko dürften für Nicole unsere Öffis ein Traum sein. Mit dem Zug zur Schule und dem Bus zu FreundInnen, was für uns normal erscheint ist für Nicole ein Privileg. Ein funktionierendes System für öffentliche Verkehrsmittel gibt es in Österreich nicht. Laut ihr, werden in vielen mexikanischen Familien sogar eigene Chauffeure angestellt, welche die Kinder dort hinführen, wo sie hin müssen.

  2. intakte Straßen

    Von den Öffis, gleich auf die Straßen. Schon im Auto, als wir nach Nicoles Ankunft vom Flughafen nach Hause fuhren, merkte meine Gastschwester welch intakte Straßen wir haben. Kaum Schlaglöcher ermöglichen ein sanftes Fahren. Auch dies ist in Mexiko anscheinend nicht überall so. Laut Nicole haben deshalb auch die meisten Mexikaner große, hohe Autos. Nur so kommt man möglichst unbeschadet überall hin.

  3. ein „Guten Morgen“ nach jedem Aufstehen

    Wie schon im Beitrag „der Tag der Ankunft“ erwähnt, führte unser „Guten Morgen“ bereits am ersten Tag in Österreich zu Verwirrung. Nachdem Nicole am Nachmittag geschlafen hatte, begrüßten wir sie mit einem netten „Guten Morgen“ als sie aufwachte. Hatte sie etwa die ganze Nacht durchgeschlafen? Nein. Wir sagen in unserer Familie bloß nach jedem Aufstehen „Guten Morgen“ zueinander. Auch das war für unsere Mexikanerin neu. „Guten Morgen“ sagt man dort wirklich nur am Morgen. Eigentlich viel logischer, oder nicht?

  4. Leitungswasser & Mineralwasser

    Als ich Nicole an ihrem ersten Abend hier fragte, was für sie neu war, kam nach dem Punkt „Sprache“, gleich die Erkenntnis, dass wir mit Kohlensäure versetztes Mineralwasser trinken. Nachdem aus der Leitung sowieso immer frisches, stilles Wasser herauskommt, kauft unsere Familie nur noch Mineralwasser mit Kohlensäure. Das schmeckt wie eine guten Abwechslung, nach immer stillem Leitungswasser.
    Nicoles Familie kauft nie Mineralwasser mit Kohlensäure, weshalb dies für sie neu war. Genau wie das Trinken aus der Wasserleitung! Zuhause in Mexiko braucht Nicole einen eigenen Filter um das Wasser aus der Leitung trinken zu können.

  5. mein Laminiergerät

    Ich mache gerade die Ausbildung zur Kindergartenpädagogin und kann dadurch dem Klischee „Kindergärtner laminieren alles!“ nur zustimmen. Auch ich laminiere jede Kleinigkeit, die nicht kaputt werden darf.
    Als ich demnach in der ersten Woche mein Laminiergerät holte um das soeben ausgedruckte TopJugendticket zu laminieren, musste Nicole fragen, was das ist. Ein Gerät, welches Plastik über ein Papier zieht? Noch nie gesehen. Wahrscheinlich gibt es so ein Gerät zwar auch in Mexiko, Nicole hat es jedoch noch nie gesehen.

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